>1533 >1554 >1565 >1570 >1574 >1581 >1588 >1592 >1654 >1769 >1906 >1998 


Michel de Montaigne - Biographie


1554-1557

Montaigne (inzwischen einundzwanzigjährig) arbeitet als Ratsherr am Steuergerichtshof in Périgueux. Selbstverständlich hatte sein einflussreicher Vater, der 1554 Bürgermeister von Bordeaux wurde, ihm dieses Amt vermittelt.


Perigueux


1557-1570

Michel de Montaigne wird Parlamentsrat in Bordeaux. Seine Amtsführung ist bis zu seinem Rückzug ins Private 1570 korrekt und königstreu, wiewohl durch keinen ungewöhnlichen Ehrgeiz ausgezeichnet und keine nennenswerte Nachlässigkeit getrübt.


1559-1563

Montaigne lernt seinen Amtskollegen und Schriftsteller Étienne de la Boëtie (1530-1563) über dessen Schrift "Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen" kennen. Dieses kleine Werkchen ist von Boëtie wahrscheinlich 1548 verfaßt worden, also mit knapp 18 Jahren.


Der Etienne de la Boetie"Antimachiavell" kursierte schon bei Lebzeiten des jungen Verfassers, der in seiner Verborgenheit blieb, in Abschriften; eine solche Abschrift kam in die Hände Michel Montaignes, der darum seine Bekanntschaft suchte und sein Freund wurde.

Die Schlussworte dieser kleinen Schrift, in der es an den zentralen Stellen um das generell politische Wesen der Freundschaft geht, lauten pathetisch:"Lernen wir also, lernen wir, das Rechte zu tun: heben wir die Augen zum Himmel, um unserer Ehre willen oder aus Liebe zur ewig gleichen Tugend, blicken wir zu Gott dem Allmächtigen auf, dem immerwährenden Zeugen all unserer Taten und dem gerechten Richter unserer Verfehlungen. Ich meinerseits glaube und irre mich nicht, da unserem Gott, der immer sanft und mild ist, nichts so zuwider ist als die Tyrannei, daß er für die Tyrannen und ihre Mitschuldigen dorten noch eine besondere Strafe in Bereitschaft hält."


Boëtie war am 1. November 1530 gut zwei Jahre vor Montaigne in der Bischofsstadt Sarlat geboren worden. Er hatte wie Montaigne die Rechtswissenschaften studiert.

Er wird Karl IX.ihm zu einem idealen Gesprächspartner und Freund im antiken Sinne. Auch in den Essais wird er diesem engsten Vertrauten ein Denkmal setzen:"Wir haben, solange es Gott gefiel, diese Freundschaft so restlos und innig zwischen uns gehalten, dass sich kaum in der Überlieferung ähnliche finden und unter den heutigen Menschen sicherlich keine Spur davon anzutreffen ist. Es muß soviel zusammentreffen, um dergleichen zu erreichen, dass es viel ist, wenn das Schicksal es einmal in drei Jahrhunderten zustande bringt."


ErFranz II. gibt zudem einige der Werke seines Gefährten, der bereits vier Jahre nach dem Beginn der Bekanntschaft am 18. August an der Ruhr stirbt, heraus. Montaigne verfällt in tiefe Melancholie über den Verlust dieses Geistes- & Seelenverwandten.


Fast zwanzig Jahre später schreibt er in den Essais:"Wenn ich dieses ganze Leben, sage ich, mit den vier Jahren vergleiche, in denen es mir gegeben ward, die innige Vertrautheit und Gesellschaft dieses Mannes zu genießen: so ist es nur Rauch und nichts als dunkle und freudlose Nacht...Seit dem Tage, an dem ich ihn verlor, schleppe ich mich nun täglich dahin; und die Freuden sogar, die sich mir bieten, statt mich zu trösten, verdoppeln den Schmerz über den Verlust."


Montaigne reist während dieser Zeit mehrmals an den königlichen Hof Franz II. und Karl IX. nach Paris, auch im Auftrag des Parlaments von Bordeaux. In Rouen, wohin er dem königlichen Hof gefolgt ist, begegnet er brasilianischen Eingeborenen.

Dort erlebt er zudem wie mit militärischen Mitteln den Hugenotten die Stadt entrissen wird.