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Michel de Montaigne - Biographie


1906-1933

Fortunat Strowsky gibt(1906-1920) eine philologisch-kritische Ausgabe des Bordeaux-Exempars heraus, die man die 'Edition municipale des Essais de Montaigne' nennt.

Montaigne Denkmal


1908

Es erscheint die sog. historisch-kritische deutschsprachige Ausgabe der Schriften Montaignes mit Einleitungen und Anmerkungen unter zugrundelegung der Übersetzung von J.J.Bode. Verantwortlich zeichnen Otto Flake und Wilhelm Weigand.


Sie enthält im 7. Band das reisetagebuch (übersetzt von Otto Flake) und im 8. eine von Wilhelm Weigand verfassste ausführliche biographische und analytische Darstellung Montaignes. "Historisch-kritisch", so urteilt Hugo Friedrich über die Edition an, ist irreführend.


1949

Hugo Friedrichs Montaignestudie erscheint im A. Francke Verlag in Bern. Meiner Auffassung nach ist dieses Werk das beste deutschsprachige Buch über Montaigne.


Dem großen Romanisten glückt es, die geistesgeschichtliche Verortung Montaignes in der Moralistik darzustellen, die Hauptgedanken der Essais transparent werden zu lassen und zuletzt auch die Hauptarbeit eines Philologen zu leisten - der Sprache auf den Grund zu gehen. Auch die Fußnoten laden zum Denken und Forschen ein - mehr kann man von einem Buch nicht verlangen. Der Mann kennt eben noch Guicciardini, Gracian, Machiavelli usw.



Als Hauptpunkte der Moralistik arbeitet Hugo Friedrich heraus:


1. Antinomische Widersprüchlichkeit

2. Normfreie Tatsächlichkeit

3. Wandelbarkeit

4. Unterschiedenheit nach Individuen, nach Ständen, Völkern, Ländern, Erdteilen

5. Heraustreten aus den herkömmlichen Rubriken der Affektenlehre

6. Inkongruenz von Motiv und Tat

7. Lebensbewegung in einem Schicksal, das aufgefaßt ist als kombinationsunendliche, unberechenbare, dem Wahrscheinlichen meist zuwiderlaufende Zufälligkeit